Die Wirkungen von Asana auf die Systeme
Wie beeinflussen Asanas die physiologischen Systeme? Die Ausführungsgeschwindigkeit spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Klassische Yogastellungen – die Asana
Körperhaltungen (Yogastellungen oder Asana) sind so, dass man eine bestimmte Position eine Weile entspannt und stabil hält. Das kann für Anfänger eine Minute sein und für Fortgeschrittene bis zu zehn Minuten, denn das ursprüngliche Yoga geht weit über den gymnastischen und sportlichen Effekt hinaus. Es hat auch eine heilende Wirkung. Daher ist es wichtig sich nicht nur auf die dynamische Ausführung zu beschränken.
Die dynamische Ausführung von Bewegungen und Bewegungsabläufen wie Sonnengruß, Dreiecksstellung und ähnliche Übungen wirken aktivierend und erfrischend auf den Körper. Diese positiven Einflüsse sind auch aus der Gymnastik und anderen Sportarten bekannt.
Bewusst langsame Bewegungen
Im Yoga gibt es auch Bewegungen, die langsam und mit großer Aufmerksamkeit ausgeführt werden. Manchmal werden sie auch mit einigen Wiederholungen ausgeführt.
Langsames Üben mit Wiederholungen hat einen weiteren Vorteil: Es wirkt sich auf das Bindegewebe und den Energietransport im Körper aus. Dabei spielt Hyaluronsäure eine Schlüsselrolle. Das ist eine wasserbindende Substanz, die das Bindegewebe elastisch hält.
Dr. Hiroshi Motoyama hat herausgefunden, dass Ketten aus Hyaluronsäure-Molekülen in den Meridianen, die im Yoga als Nadis bekannt sind, als Energietransporter dienen. Hyaluronsäure ist besonders in den Gelenken konzentriert. Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Produktion allerdings ab, was die Beweglichkeit einschränkt und die Heilung verlangsamt.
Ein zentraler Faktor für die Regeneration von Zellen ist die kontinuierliche passive Bewegung, wie sie der amerikanische Wissenschaftler Dr. Robert Salter erforscht hat. Er stellte fest, dass weder sportliche Aktivität noch vollständige Passivität zur vollständigen Regeneration von Gelenken führen, sondern eine sanfte, passive Bewegung entscheidend ist.
Während man in einer Haltung verweilt, wirkt oft nur die Schwerkraft ein und sorgt für eine langsame, aber nachhaltige Dehnung. Diese Prozesse könnten das Bindegewebe und die Gelenke stimulieren, mehr Hyaluronsäure zu produzieren, wodurch sie geschmeidiger und elastischer bleiben.
Das lange Verweilen fördert darüber hinaus die regenerative und heilende Wirkung der Yoga-Stellungen. Die Unbeweglichkeit in den Positionen vertieft den Zustand der Entspannung, senkt den Stresspegel und stabilisiert den Geist. Gleichzeitig ermöglicht das längere Verweilen eine intensivere Einwirkung auf die Drüsen und Organe, da diese gezielt stimuliert werden. Durch die verlängerte Haltezeit können die Positionen ihren vollen therapeutischen Effekt entfalten, etwa bei der Regulation von Hormonen, der Verbesserung der Verdauung oder der Förderung der Durchblutung.
Klassische Yogastellungen haben so deutlich spürbare Auswirkungen auf verschiedene Ebenen. Diese Wirkungen werden durch die Art der Ausführung und den bewussten Umgang mit Bewegung und Unbeweglichkeit verstärkt.
Weiter geht es mit Teil 3 der Serie…