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Teil 2: „Loslassen“ Phasen in der indischen Yoga Tradition 

Phasen in der indischen Yoga Tradition 

Auch in der indischen Yoga-Tradition wird das menschliche Dasein in Lebensabschnitte gegliedert, sogenannte Ashramas.

Hier gibt es vier Phasen. Jede hat ihre eigene Qualität und jede fordert ein Stück Loslassen, um weiterzugehen.

Zunächst ist da die Phase des Lernens. Sie umfasst Kindheit, Jugend und Ausbildung. In dieser Zeit liegt der Fokus auf dem Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Orientierung. Es ist die Zeit des Aufnehmens, des Fragens, des Suchens. Um zu wachsen, werden kindliche  Vorstellungen losgelassen, die einmal Halt gegeben haben.

Dann folgt die Phase der Familie. Hier tritt der Mensch in Beziehung mit anderen, Partnerschaften und  Elternschaft stehen im Vordergrund. Es geht um Nähe, Verantwortung und Versorgung. Die eigene Unabhängigkeit tritt in den Hintergrund, dafür wächst die Hingabe an andere und es fällt  leichter, zu verzichten.

In der dritten Phase weitet sich der Blick erneut. Der Mensch wendet sich nun nicht nur seinen Nächsten zu, sondern auch der Gemeinschaft. Das Engagement in der Gesellschaft, Organisationen, Institutionen oder für größere Visionen wird wichtiger. Der Mensch sucht nach Sinn über das Persönliche hinaus.

Und schließlich in der vierten Lebensphase, kommt der Ruf nach Rückzug, innerer Sammlung und hin zum Wesentlichen. Es ist die Zeit des Übergangs von Tun, Haben und Behalten wollen hin zu bewusstem Loslassen von Besitz, Einfluss, Rollen. Was kommt, ist die Bereitschaft, alles, was war, an die zu übergeben, die nachkommen.

Diese zyklische Sicht auf das Leben zeigt, dass Reifung nicht nur durch Errungenschaften geschieht, sondern auch durch Hingabe. Nicht nur durch das, was wir aufbauen, sondern durch das, was wir zurücklassen können. Am Ende bedeutet spirituelles Wachstum nicht, mehr zu werden, sondern weniger festzuhalten.

Weiter geht es mit dem dritten und letzten Teil der Serie hier…

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